Nicht nur für Feinschmecker – die Artischocke

Feinschmecker lieben den herben, feinen Boden der Artischocke. Für die Medizin viel interessanter sind jedoch die weniger delikaten, bitter schmeckenden Laubblätter. Extrakte aus diesen senken den Cholesterinspiegel und unterstützen die Verdauung.
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Die Artischocke ist eine uralte Nutzpflanze aus dem Mittelmeerraum. Malereien auf Tempel- und Grabwänden der Pharaonen belegen, dass die distelartige Staude schon von den alten Ägyptern als Kulturpflanze geschätzt wurde.

Im christlichen Rom wurde sie als teure Gemüsespezialität gehandelt. Erst im späten Mittelalter gelangte die Artischocke nach England und Frankreich, wo sie als Inbegriff von Reichtum und vornehmer Lebensart galt.

 

Von Feinschmeckern geliebt

Was Genießer als delikate, feinherbe Artischockenherzen kennen, ist der Blütenboden der Pflanze, der vor dem Aufblühen der Knospe geerntet wird.

Auch die fleischigen Hüllkelchblätter der jungen Blüte gelten als Köstlichkeit und begeistern gekocht und in Vinaigrette eingetunkt Feinschmecker weltweit.

 

Unterstützt die Verdauung und senkt den Cholesterinspiegel

Aber dies ist nur eine Seite der vielseitigen Pflanze. Schon im Mittelalter kannte man die heilende Wirkung der Artischocke bei Verdauungsbeschwerden. Inzwischen konnten alle pharmakologischen Inhaltsstoffe identifiziert und ihre Wirksamkeit eindeutig belegt werden.

Charakteristische Inhaltsstoffe sind Caffeoylchinasäuren wie das Cynarin, Flavonoide und Bitterstoffe. Diese Substanzen fördern die Sekretion der Verdauungssäften, insbesondere von Gallenflüssigkeit. Dadurch wird die Fettverdauung verbessert, Blähungen, Übelkeit und Völlegefühl lassen nach. Außerdem werden Giftstoffe und Abbauprodukte aus der Leber schneller in den Darm abgeleitet und die Leberzellen geschont.

Die „Mehrproduktion“ von Gallenflüssigkeit bringt einen weiteren gesundheitlichen Effekt mit sich: Der Körper benötigt als wichtigen Baustein für die Gallenflüssigkeit Cholesterin, das dem Blut entzogen wird. Aus diesem Grund wirken Artischockenpräparate auch unterstützend gegen hohe Blutfettwerte.

Auch den im Artischockenextrakt enthaltenen Flavonoiden, sekundären Pflanzenstoffen, wird eine ausgesprochen wohltuende Wirkung auf die Leber zugeschrieben. Flavonoide erhöhen die Stoffwechselleistung und schützen die Leberzellen gegen schädliche Verbindungen.

 

Artischockenpräparate aus Ihrer Apotheke

Allerdings befinden sich die heilenden Substanzen der Artischocke nicht in den schmackhaften Herzen, sondern in den bitteren Laubblättern. Für die Herstellung qualitativ hochwertiger Arzneimittel braucht man außerdem spezielle Sorten, wobei auch Herkunft und Anbaumethode sowie die sachgemäße Aufbereitung eine wichtige Rolle spielen.

Wer bei Artischockenpräparaten auf eine zuverlässige Wirksamkeit vertrauen möchte, sollte auf standardisierte Artischockenextrakte aus der Apotheke zurückgreifen, die als Kapseln oder Tropfen erhältlich sind. Bei einer Allergie gegen Korbblütler sollten Sie die Einnahme mit dem Arzt besprechen.


Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne bei uns in der Apotheke.

 

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